Netiquette der Mailingliste der Linux User Group Bolzano/Bozen/Bulsan

Version 0.3, 21. Oktober 2002
Korrekturvorschl��ge bitte an Thomas Pircher, <tehpeh@gmx.net>

Die Mailingliste ist der Hauptkommunikationskanal der LUGBZ. Sie ist grunds��tzlich offen f��r alle Interessierte und umfasst Meinungsaustausch, Diskussionen und technische Fragen zu GNU/Linux und Free Software. Mit der steigenden Anzahl von Mitgliedern ist es jedoch hilfreich, einige Regeln festzulegen, die dazu beitragen sollen, die Liste f��r alle Teilnehmer so n��tzlich wie m��glich zu behalten.

Dieses Dokument will die vorherrschenden Gepflogenheiten in der Liste erkl��ren, um Neulingen den Einstieg zu erleichtern und Frust bei allen Listen-Teilnehmern zu vermeiden.

Wer darf in der Liste teilnehmen?

Jeder, der sich vorgestellt und diese Seite gelesen hat. :-)
Es hat sich als gute Angewohnheit erwiesen, dass sich neue Mitglieder in dieser Gruppe mit einer kurzen Mail vorstellen. Diese Mail kann neben Angaben zu Deiner Person zum Beispiel enthalten, wie Du auf GNU/Linux gesto��en bist, wie lange Du es verwendest, wo Du es einsetzt, oder ��hnliches. Das tut nicht weh und hilft den alten Listenteilnehmern, Deine Beitr��ge zur Liste einzuordnen.

Wor��ber darf ich schreiben?

Es darf alles gepostet werden, was die Mitglieder der Liste interessieren k��nnte. Vermeide es, unn��tige Beitr��ge zu verschicken; da durch einen hohen Rauschanteil in der Liste die Aufmerksamkeit der Leser und damit der Nutzen der Mailingliste sinken!

Teile etwas Neues mit! Links zu Pressemeldungen sind willkommen. Links auf viel gelesene Newsticker sind aber in der Regel ��berfl��ssig, da die Mehrzahl der Listen-Teilnehmer diese Artikel entweder schon gelesen haben oder wahrscheinlich lesen werden.

Technische Fragen werden oft gestellt und die daraus resultierenden Threads geh��ren mitunter zu den interessantesten in der Liste. Auch Anf��ngerfragen werden gerne beantwortet. Missbrauche diese H��flichkeit aber nicht als kostenlosen Help-Desk. Poste nur dann, wenn Du schon ernsthaft versucht hast, Dein Problem selber zu l��sen (Dokumentation lesen geh��rt da definitiv dazu) und Du wirklich nicht mehr weiter kommst. Bitte schicke anschlie��end eine kurze Anmerkung, dass das Problem gel��st wurde; erl��utere knapp Problem und L��sung und bedanke Dich bei den Helfern.

Wann darf ich schreiben?

��berleg Dir bei jeder Mail, ob sie wirklich notwendig ist. Viele technische Fragen sind durch Studieren der vielen Dokumente im Internet mit geringem Zeitaufwand l��sbar.

Stelle spezifische Fragen; es ist wahrscheinlicher, Hilfe auf eine Frage zu bekommen, in der das Problem so genau wie m��glich abgegrenzt wurde, mit Angabe von Distribution mit Versionsnummer, gelesener Dokumentation, Logfiles,... als auf ein "Mein Linux geht nicht !".

Wie sollen meine Mails verfasst sein?

Lies Dir Deinen Artikel durch, bevor Du ihn abschickst. Er repr��sentiert Dich in der Liste; sei deshalb sorgf��ltig beim Verfassen Deiner Mail. Kennzeichne Humor, Ironie und Sarkasmus! Textnachrichten beinhalten keine Mimik und Gestik und k��nnen deshalb leicht mi��verstanden werden.

Sei h��flich und respektiere die anderen Teilnehmer. Wenn Du ein Problem in der Liste beschreibst, zeige, dass Du gewillt bist, das Problem eigenst��ndig zu l��sen, wenn Dir jemand in die richtige Richtung hilft. Personen, die nicht lernen wollen, und immer nur Hilfe von anderen verlangen, werden mit der Zeit ignoriert.
Erfahrene Teilnehmer sollten im Gegenzug daran denken, dass auch sie einmal Anf��nger waren und Neulingen helfen, ihr Problem zu verstehen, damit sie sich in Zukunft in ��hnlichen Situationen selber helfen k��nnen.

In welcher Sprache soll ich schreiben?

Grunds��tzlich kann in deutsch oder italienisch (oder englisch) gepostet werden. Verwende die Sprache, in der Du Dich am besten ausdr��cken kannst. Es kann beobachtet werden, dass ein gesamter Thread in der Sprache des Erstposters gehalten wird. Diese Gepflogenheit ist aber nicht unbedingt verpflichtend.

Warum soll ich meinen Namen angeben?

Viele Mitglieder haben mit Tr��gern von Pseudonymen schlechte Erfahrungen gemacht. Beitr��ge, die dagegen mit einem Namen versehen werden, sind im Allgemeinen sorgf��ltiger verfasst worden und finden deshalb auch aufmerksamere Leser.

Vermeide bitte auch Adressverf��lschungen in Diskussionsbereichen - es ist auf Dauer kein wirksamer Schutz gegen Spam-Schutz und macht, wenn Dir jemand privat antworten m��chte, nur unn��tig Arbeit. Denn die Nachricht an einen Absender mit gef��lschter Adresse kommt zum Schreiber zur��ck, und der Provider erh��lt Fehlermeldungen. Denen mu�� er ��berfl��ssigerweise nachgehen.

Darf ich das "Du" verwenden?

Ja, das ist in der LUG ��blich. Es gilt normalerweise: Wer selbst siezt, will gesiezt werden. Wer duzt, will geduzt werden.

Welche Mails geh��ren in die Liste, welche sollten privat verschickt werden?

Im Prinzip ist das einfach: Nachrichten von allgemeinem Interesse werden in die Liste gepostet, private Mails an Einzelpersonen. In der Praxis ist das oft nicht so einfach zu unterscheiden, sollte aber sorgf��ltig abgewogen werden, um den Rauschanteil der Liste m��glichst gering zu halten. Threads k��nnen gelegentlich vom Thema abgleiten und so entwickeln, dass sie f��r die Mailingliste "off topic" sind. In diesem Fall empfiehlt es sich, ein f'up2 poster (followup to poster) in der Mail anzugeben, um anzuzeigen, dass der Rest des Threads mit privaten Mails auszutragen ist.

Wie sollte zitiert werden?

Es ist eine gute Angewohnheit, kurze Ausschnitte des Textes, auf den man sich bezieht, w��rtlich zu zitieren und dem eigenen Text voranzustellen.

Mach es Dir zur Angewohnheit, nur gerade so viel Original-Text stehen zu lassen, dass dem Leser der Zusammenhang nicht verloren geht. Zitierter Text (Quote) stellt nur eine grobe Gedankenst��tze dar, viel wichtiger ist das, was Du an neuen, interessanten, eigenen Gedanken hinzuzuf��gen hast.

Zitiere bereits zitierten Text nach M��glichkeit nicht erneut. Statt Text wortw��rtlich zu zitieren, kann er auch durch eine kurze in eckige Klammern [ ] gesetzte Umschreibung ersetzt werden. Ein Beispiel:

>> Wenn Sie einen Followup-Artikel schreiben, wird Ihnen der gesamte
>> Text, auf den Sie sich beziehen, von Ihrem Newsreader-Programm
>> zum Bearbeiten angeboten.
>> [weitere Ausf��hrungen ��ber Newsreader-Programme gel��scht]
>
> Der Originaltext wird dabei im Allgemeinen durch das Zeichen '>'
> einger��ckt (��hnlich wie dieser Absatz), um klar ersichtlich zu
> machen, dass es sich dabei um zitierten Text handelt. Lassen Sie
> zur ��bersichtlichkeit zwischen zitiertem und eigenem Text jeweils
> eine Leerzeile Freiraum.

Zitiere nur Text, auf den Du auch Bezug nimmst. Lass den Originaltext aber auch nicht ganz weg! Der Leser Deines Artikels hat den Artikel, auf den Du dich beziehst, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr exakt in Erinnerung und hat ohne eine Gedankenst��tze gro��e M��he, den Sinn Deiner Ausf��hrungen zu erkennen.

Das Zitieren von Unterschrift oder Signatur ist eine leider weit verbreitete Unsitte und unerw��nscht.

Eine ausf��hrliche Beschreibung ��ber richtiges Zitieren ist im Artikel "Wie zitiere ich im Usenet?" gegeben.

Hilfe, ich wurde beleidigt! oder Was bedeuten FTFM, TOFU, Luser...?

Alle Teilnehmer der Liste sollten sich bem��hen, einen freundlichen Umgangston zu bewahren, und sich nicht zu Flamewars hinrei��en zu lassen. Wenn Du aber trotzdem auf Dein Posting eine unfreundliche Antwort bekommen hast, reagiere nicht gleich eingeschnappt. Insbesondere, wenn diese Reaktion von einem alten und aktiven Listenteilnehmer stammt, ist die Wahrscheinlichkeit gro��, dass das Fehlverhalten auf Deiner Seite liegt. Das Dokument "Wie man Fragen auf eine geschickte Art stellt" erkl��rt Dir, warum die Antwort so ausgefallen ist und hilft Dir dabei, deine Fragen so zu formulieren, dass Du eher eine hilfreiche Antwort bekommst.

In Mailinglisten oder im Usenet werden gerne Abk��rzungen verwendet. Die Seite von Renate Hussmann enth��lt Erkl��rungen zu Akronymen, Smileys, technischen Begriffen, zu verwendetem Jargon und noch vieles mehr. Eine andere informative Quelle ist YaNIP - Yet another Newbie Information Project.

Warum soll ich keine HTML-Mails verwenden?

Weil eMails in erster Linie Textnachrichten sind. Viele Listen-Teilnehmer verwenden alternative Mailprogramme, die nur mit Textmails umgehen k��nnen. Um in reinem Text trotzdem W��rter hervorzuheben, haben sich einige "Formatierungen" durchgesetzt: Text kann _unterstrichen_, *fett* oder /schr��g/ geschrieben werden.
Au��erdem sollte die Zeilenl��nge nicht mehr als 73 Zeichen betragen, damit auch mehrfach zitierter Text auf einem 80x25-Zeichenbildschirm noch vollst��ndig zu sehen ist.

Warum soll ich keine Attachments verschicken?

Attachments sollten in Mailinglisten keinesfalls versendet werden, da das einen Zeit- und Kostenaufwand besonders bei Teilnehmern mit einem langsamen Internetanschluss mit sich bringt. Lege Deine Datei auf einem der zahlreichen Gratis-Webservern ab und poste in der Liste nur einen Link auf die Datei.

Wo finde ich sonst Hilfe auf mein Problem?

Erste Anlaufstelle ist google, eine der meistverwendetsten Suchmaschine. Unter groups.google.com findest Du das gr����te Archiv an Usenet-Artikeln (Newsgroups) im Internet. Die Chancen stehen gut, dass Dein Problem schon einmal in aller Gr��ndlichkeit in einer spezifischen Newsgroup durchgekaut wurde. ��brigens: Durch st��ndiges Mitlesen einiger Gruppen Deines Interesses kannst Du sehr viel dazulernen!

Guides, HOWTOs und FAQs rund um GNU/Linux findest Du auf den Seiten des Linux Documentation Projektes.

Eine weitere Liste zu Dokumentationen findest Du auf der LUGbz Homepage, die eine gut sortierte Liste zu Dokumenten in Internet enth��lt. Besonders f��r GNU/Linux-Neulinge sind die Dokumente zum Afterboot interessant, einer Einf��hrung in GNU/Linux, die die LUGBZ regelm����ig nach den Installationsparties veranstaltet. Sehr lesenswert davon ist das Dokument zu den ersten Schritten mit einer reichhaltigen Liste weiterf��hrender Links.

Andere Netiquetten

Lies auch die im deutschsprachigen Raum als offiziell anerkannte Netiquette. Sehr lesenswert ist "Wie man Fragen auf eine schlaue Art stellt", wenn man die Wahrscheinlichkeit erh��hen will, auf eine Frage eine Antwort zu bekommen. Ein ausf��hrliches Dokument ��ber richtiges Zitieren ist "Wie zitiere ich im Usenet?<>"; auch lesenswert ist der englische Artikel "Common Mistakes in Email Messages and Usenet Postings and How to Avoid Them", nicht nur wegen der darin enthaltenen weiterf��hrenden Links.
Die wahrscheinlich authoritativste Ressource zu Fragen um eMail-Kommunikation ist RFC 1855.

Danksagung

Den Mitgliedern der LUGBZ f��r ihre Unterst��tzung bei der Erstellung dieses Dokuments.
Insbesondere geht ein Dank an Michele Baldessari, Karl Lunger, Patrick Ohnewein und Peter Warasin f��r die Links zu weiterf��hrender Dokumentation.